Das Leben und die Handschuhe

Man denkt, die Sachen dienen uns, aber oft ist es umgekehrt. Und hier ist die Geschichte von einer Frau und von gelben Handschuhen.

Wir nennen sie Anna. Also eines Tages geht Anna einkaufen und plötzlich sieht sie gelbe Handschuhe. Die will sie sofort haben. So cool sehen die aus. Anna ist allerdings eine anständige Frau, und da die Handschuhe etwas zu teuer sind, hat sie es sich eine Weile überlegt. Aber dann doch gekauft. Zuhause zieht Anna die gelben Handschuhe noch mal ein. Schnell stellt sie fest: zu den neuen Handschuhen braucht man einen neuen Pulli (die alten passen eben nicht). Die ganze Nacht qwählt sich Anna mit den Gedanken, kann ich mir gerade einen neuen Pulli leisten oder nicht.
Am nächsten Morgen kauft sie doch den Pulli. Er ist übrigens auch nicht besonders günstig.

Zuhause probiert Anna die gelbe Handschuhe und den neuen Pulli zusammen an. Eigentlich sieht alles gut aus. Aber der Rock verdirbt den ganzen Look. Klar braucht man einen Minirock mit Lederoptik (ein Must-have in diesem Saison) Das Problem ist, Anna hat kein Geld mehr. Aber man darf doch nicht aufgeben, nicht jetzt jedenfalls.

Am nächsten Tag geht Anna zu einem Pfandhaus und gibt ihre goldene Ohrringe in Zahlung. Sie fühlt sich komisch dabei, wird langsam müde und depressiv. Tja… Die gelbe Handschuhe fordern mittlerweile eine neue Tasche. Anna weint die ganze Nacht, am Morgen läuft sie ohne ihre Uhr rum, aber mit der Tasche, die die Handschuhe erpresst haben.

Am Abend desselben Tages blass und gestresst geht Anna zu ihrer Oma hin, erzählt, dass ihr Mann krank ist und dringend Medikamente braucht. Oma ist ein sehr lieber Mensch und gibt sofort das Geld. Schon am nächsten Tag kauft Anna eine neue Jacke und gleich einen Schal dazu. Beides kann man ganz gut mit den gelben Handschuhen kombinieren. Eine gute Investition und echte Bereicherung für die Garderobe.

Die nächsten Tage sind noch schwieriger. Sie sammelt Geld für die Notoperation ihres Mannes. Im Laufe der Woche wird eine gelbe Couch gekauft und wahrscheinlich eine neue Klobrille. Ihren schwarzen Hund muss sie leider einschläfern lassen, weil er den ganzen Look etwas altmodisch macht. Außerdem denkt Anna immer öfter an Scheidung. Er hat rote Haare, das passt überhaupt nicht.

Die gelbe Handschuhe haben mittlerweile komplett die Macht übernommen. Anna leistet keinen Widerstand und schlagt den Weg ein, den ihre gemeinen Handschuhe bereitet haben. Sie lässt Ihre Haare radikal kürzen, raucht und geht fremd.

Und dann passiert das Böse. Annas Mann sieht sie mit einem anderem und ein Tag später findet er noch all die Kassenbons. Er verlässt Anna.

Aber das Schlimmste ist, gleich danach hat Anna ihre gelben Handschuhe verloren. Wahrscheinlich hat sie die im Taxi vergessen…
So ist das Leben halt.

Klar kann diese Geschichte auch „roter Teppich“, „grüner Bikini“ oder „Samsung galaxy s8“ heißen. Und Stiefel in Rosa braucht man auch, die passen ja zu allem. Aber wir finden, die Geschichte von armer Anna muss trotzdem jeder wissen.

*** Die originale Geschichte heißt „Das Leben und der Kragen“ und gehört zu der russischen SchriftstellerinTeffi (echter Name ist Nadezhda Alexandrovna Lokhvitskaya, 1872 – 1952). Wir haben sie nur wiederbelebt, damit sie nie vergessen wird.

Schon 30 und immer noch kein Gewinn für die Gesellschaft?

Sie sind schon 30 oder sogar 40 Jahre alt und keine Olympische Spiele gewonnen, keine Veganer geworden, keine Insel gekauft, „50 Shades of Grey “ haben auch nicht Sie geschrieben und Nobelpreisträger ist auch jemand anders. Sie setzen sich nicht für Lesben und Schwulen Rechte, zur Wahl gehen Sie auch unregelmäßig, Sport und Sex nur ab und zu und in den Spiegel gucken ist auch immer schwieriger. Na dann gehören Sie zu 99,9 % aller Menschen, die es auch nicht geschafft haben. Nichts zu schämen. Oder doch?

Man lebt ja in den Zeiten, wo man alles können und dazu noch perfekt aussehen muss. So wechselt man ständig das Smartphone, nimmt gern Kredit für ein neues Auto, kauft Tausend verschiedene Cremes. In den Urlaub fährt man heutzutage in angesagte Orte und der Lebenspartner muss auch den persönlichen Erfolg widerspiegeln. Falls nicht, weg mit ihm. Aber dann feiert man den 40en Geburtstag mit eigener Katze, was auch kein Zeichen des erfühlten Lebens ist. Was tun? Sie müssen doch erfolgreich, schön und Veganer sein.

Zum Rezept. Das habe ich leider nicht, selber noch keine Olympische Spiele gewonnen. Aber es klingt wahrscheinlich so: man vergleicht sich lieber nicht mit den anderen, tut sein Bestes und der Rest wird kommen. Das nennen Amerikaner „to be the best version of yourself”.

Wie viele Creme muss man haben um keine Falten zu kriegen.

Wie eine Frau mit zehn Jahren Erfahrung in Sachen Cremen und Seren, sage ich es so – egal wie viele Creme man hat, die Falten gibt es trotzdem (ungefähr ab 30). Meine persönliche Reise hat in der Drogerie angefangen, dann ging es durch Amazon, Douglas und Sephora, direkt zum Dermatologe und Apothekenmarken. Ans Ziel bin ich noch nicht angekommen, aber kann schon Zwischenergebnisse berichten. Und natürlich Tagescreme ist nicht gleich Abendcreme, dann noch was für Augenpartie, und selbstverständlich, abschminken, reinigen und tonisieren, zwei mal die Woche Maske. Alles mit Collagen, Retinol, Hyaluronsäure, und Auszüge aus den Krallen des afrikanischen Storchs. Alles schön verpackt und am besten Bio. Das macht zusammen sehr viele Döschen je 30 oder 50 ml, oft aus Plastik.

Was kann ich erzählen. Das hat Geld gekostet. Und sehr viel Zeit, weil beim Versuch eine ideale Creme zu finden, werden zahlreiche Foren, Blogs und Bewertungen durchgelesen und alle einigermaßen bekannten Youtube Blogger angeschaut. Dann kommt man an dem Punkt, wo man Chemie besser kennt, als in die Schulzeiten. Man weiß wie all die Silikone und Konservierungsstoffe heißen, die man in Pflegeprodukten finden kann. Und dass Parabene und Phtalaten schädlich sind, wie die heißen weiß man auch schon.

Mittlerweile ist man 30 und Falten, wie gesagt, gibt es trotzdem, keine große, zum Glück, dafür ist die Zeit noch nicht gekommen. Was hilft dann und was bleibt im Badezimmer? Sport hilft. Auch wenn es nur ab und zu und nicht wirklich profimäsig. Richtige Ernährung hilft. Wasser (b.w. Kräutertee) trinken hilft. Sich pflegen hilft auf jeden Fall aber ohne Fanatismus. Eine Creme oder zwei (für Morgens und Abends) zu benutzen, entscheidet man, natürlich, selber. Mir reicht eine, die nicht ganz fettig ist. Und noch eine für Augenpartie. Man kann auch ganz ohne Creme gehen, dafür natürliche Öle benutzen, wie zum Beispiel Argan -, Jojoba-, Rosenhip- oder Mandelöl – die alle sind Goldwert in Sachen Hautpflege. Oder noch besser konbiniert man eine gute Creme mit einem passendem Öl.

So…Wir haben schon 1-2 Creme und ein Pflegeöl dazu. Dann ein Serum (bei mir mit Vitamin C, aber man kann auch ganz ohne Seren gehen, wenn man eine problemlose Haut hat). Für abschminken braucht man eigentlich keine Extras, Öle machen es super. Zum Reinigen nehme ich eine Seife (in Bioläden gibt es viele gute), zurzeit ist es Aleppo Seife mit Olivenöl. Peeling kaufe ich mir auch nicht, weil es super einfach zum Selbermachen ist. Die Zutaten dafür gibt es in jedem Haushalt – Kaffee, Meersalz und noch mal Öle. Hier kann man etwas günstiger gehen und Olivenöl benutzen. Statt Gesichtswasser nehme ich inzwischen Rosenhydrolat, was viel natürlicher und oft billiger ist. Auf Masken verzichte ich auch nicht. Reinigungsmaske mische ich mir aus Heilerde und Wasser, dazu kommt noch eine Pflegemaske. Sonnenschutzcreme darf auch nicht fehlen, oder eben Tagescreme mit Schutzfaktor.

So kommt man ungefähr auf 5 Produkten, je nach Jahreszeiten und dem Zustand der Haut, was nicht wenig ist, aber wie gesagt, man ist noch nicht am Ziel. Vielleicht zum 40-ten Geburtstag wird es weniger.

Hygge

Hygge ist ein dänisches Wort, übersetzt heißt es „Gemütlichkeit“, oder auf Englisch „Cosiness“. Es geht eigentlich um einen Lebensstil, den die Skandinavier kultivieren. Ausgesprochen wird es auf tausend Art und Weisen, weil so gut wie kein Mensch Dänisch kann. Richtig ist wahrscheinlich „Hüge“.

Dieses Wort wird im Herbst und im Winter besonders aktuell. Wenn ich ein Bild zum Thema Hygge malen würde, wäre es so – wenig Licht, am besten nur ein paar Kerzen, eine große Tasse Kaffee oder Tee, hausgemachtes Essen, viele schöne Bücher, gute Musik und ein Paar Menschen, die man gern hat. Das Ganze soll natürlich abends stattfinden. Jedes Unwetter ist gewünscht – Schnee, Regen und so weiter, das trägt dann zur Atmosphäre bei. Dazu gehören auch Ikea Kissen, warmen Decken, Pullis und Omas Wollstrümpfe, vielleicht auch Wein. Dann redet man mit einander ganz nett. Oder versucht es mindestens. TV bleibt aus oder spielt den Hintergrund. Dafür gibt es Musik.

Wer das versuchen will, sollte:

– Ein Buch lesen, nämlich „The little book of Hygge: The Danish way to live well” by Meik Wiking. Da gibt es zahlreiche Tipps, wie man den Raum organisiert, das richtige Licht, gemütliche Atmosphäre aufbaut, so dass auch Herbst und Winter Spaß machen. Das Ganze ist mehr als machbar auch ohne großer Aufwand und Geldinvestitionen. Der Autor ist übrigens der Forscher aus Happiness Research Institute (Kopenhagen), die einzige Uni in der Welt, die sich mit dem Thema Glück auseinandersetzt. Und das Buch ist sehr schön an sich, feine Illustrationen, schöne Texte, einfach schön in die Hand nehmen

– Kerzen, Kaffee, Tee, Schokolade und Omas Wollstrümpfe besorgen.

– Schönes Wetter abwarten, aber es gibt sowieso langsam keins mehr.

Wer gern liest, der braucht Stimmungsbücher. Gleich ein Paar Tipps. „Ein Zuhause am Ende der Welt” (Michael Cunningham), „Schloss aus Glas“ (Jeannette Walls), „Zusammen ist man weniger allein“ (Anna Gavalda), „Die Liebe in den Zeiten der Cholera“ (Gabriel García Márquez).

Von der Musik, passt eigentlich alles, was einem gefällt. Heavy Metal ist wahrscheinlich nicht wirklich hygge, aber sonst, wie gesagt, alles was man gern hört. Eine gute Wahl werden eben skandinavische Sänger und Bands, zum Beispiel „Our brocken Garden“.
TV gucken kann man natürlich auch, oder noch besserer einen guten Film aus dem Netz oder auf DVD. Sehr passend sind „Soul Kitchen“(2009), „Nichts als Geschpenster“(2006), „Only lovers left alive“(2013) nur ein Paar zu nennen.

Also viel Spaß!

Hallo! Wir haben gerade ein kleines Projekt gestartet. Es heißt „12catsbar“, also „12katzenbar“ und hier geht es um die Menschen, vor allem Frauen. Wieso denn Katzen? Weil wir glauben, dass jede Frau eine Katzenseele hat.
Durch unsere Skizzen haben wir versucht möglichst unterschiedliche Frauen zu zeigen, darunter sind nur wenige ideal. Also Fotoshop, kaschierte Bilder – das Ganze gibt es hier nicht. Wieso denken wir, dass unseres Blog auch einen Platz im Internet verdient hat? Es gibt unendlich viele Blogs und auch Seiten, die wirklich gut sind, aber die meiste davon sind voll verstopft mit der Werbung von luxus Kosmetik und Luxus Lebensstil. Man ist halt langsam müde davon. Die heißen sich “Inspirational Blog”, aber der Alltag bringt ja wenig Inspiration. Man fragt sich ständig auf welchem Planeten passiert das, was da beschrieben und illustriert ist.
Wir machen es anders, dachten wir, und versuchen es gerade.